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Formen des Sabbatjahrs

Vielleicht träumst du schon länger davon, dir mal eine ausgiebige Auszeit zu gönnen. Richtig so, denn das Leben sollte nicht bloß aus Arbeiten bestehen. Beamte haben es leicht, denn die haben einen gesetzlichen Anspruch auf das Sabbatical. Wenn Du in der Privatwirtschaft arbeitest, musst du einiges leisten, um dir das freie Jahr gönnen zu können. Keine Sorge, wenn du weißt wie, kannst du schon heute beginnen, auf deinen Traum hinzuarbeiten! Hier erklären wir dir, welche Sabattjahr-Modelle es überhaupt gibt!

Einfach ein Jahr Urlaub nehmen – geht das eigentlich?

Natürlich hat kein Arbeitnehmer einen Urlaubsanspruch, der weit über die typischen 30 Tage hinaus geht. Umso faszinierender ist der Gedanke, sich einfach für ein Jahr beim Chef abzumelden. In der Tat kann dies eine Möglichkeit sein, um das Sabbat-Jahr endlich zu erleben.

Allerdings solltest Du dir diesen Schritt sehr gut überlegen. Selbst wenn deine Firma angibt, dich nach einem Jahr zurückzunehmen, muss die Auszeit irgendwie finanziert werden.

Hast du vor, über längere Zeit an den Stränden von Thailand oder Bali zu leben, reicht es vielleicht aus, das Angesparte aufzubrauchen. Ein Leben in Europa wird aber meistens nicht mehr drin sein. Bei diesem Modell solltest Du auch bedenken, dass du dich selber um deine Gesundheitsversorgung kümmern musst. Gerade bei älteren Semestern kann dies heftige Extrakosten verursachen.

Trotzdem bleibt die „Hau-Ruck“ Methode gerade dann attraktiv, wenn dein Chef sich nicht auf andere Modelle einlässt.

Einen Anspruch erarbeiten: Das Ansparmodell

Die meisten Arbeitnehmer gehen den Weg über das „Ansparmodell“ bzw. Sabbatical durch Lohnverzicht. Dabei verzichtet man für einen Zeitraum (z.B. 3 oder 4 Jahre) auf einen Teil seines Gehalts. Im Anschluss lässt man sich für ein Jahr freistellen. Der Clou dabei ist, dass Du das verminderte Gehalt weiterhin gezahlt bekommst. Gerade wer Single ist oder wenig materielle Ansprüche stellt, kann von diesem Modell profitieren.

Beamte haben sogar einen Anspruch darauf, sich das Sabbatjahr zu ersparen. Alle anderen müssen entsprechende Vereinbarungen individuell verhandeln. In manchen Fällen kann sogar der Betrieb davon profitieren, denn du gibst ihm durch den temporären Lohnverzicht quasi einen Kredit.

Die Krise nutzen: Das Time-out Modell

In wirtschaftlich angespannten Zeiten ist es deinem Arbeitgeber vielleicht ganz recht, dich für eine Zeit freizustellen. Wenn du mit Kurzarbeit und Entlassungswellen konfrontiert wirst, mag es clever sein, der Entwicklung zuvorzukommen. Dein Chef stellt dich dann für ein Jahr frei, mit der Option auf Rückkehr. Der Vorteil besteht darin, dass du quasi nicht entlassen wirst, sondern die Krise aktiv für dich nutzt. Natürlich ist die Voraussetzung, dass du genügend Ersparnisse auf deinem Konto vorweisen kannst. In manchen Fällen ist es auch denkbar, dass dir auch weiterhin Bezüge gezahlt werden. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn eine Abfindung dem Chef teuer zu stehen käme. Oder aber er möchte dich unbedingt langfristig an das Unternehmen binden, kann dich aber aufgrund der Auftragslage momentan nicht mehr halten.

Das Fondssparmodell und der vorgezogene Ruhestand

Beim Fondssparmodell investiert der Arbeitgeber für dich in einen Strauß an Aktien und vermehrt dadurch dein Geld. Der Clou dabei ist, dass du nicht selber tätigen werden musst. Vielmehr fließen alle Extra-Bezüge in einen großen Topf, aus dem Investments bedient werden. So werden Überstunden für dich automatisch an der Börse „angelegt“. Auch Weihnachtsgelder und Boni spart der Arbeitgeber an, damit du dir irgendwann eine Auszeit gönnen kannst. Denn: Die Bezüge während deiner Freistellung werden aus den Investmentgewinnen bezahlt. Ein solches Modell ist besonders lukrativ, wenn es früh begonnen wird (Zinseszinseffekt). Hierzulande stehen viele Menschen der Investition in Aktien sehr skeptisch gegenüber. Das Sparbuch oder die Immobilie sind noch immer jene Anlageprodukte, denen vertraut wird.

Nach der Schule erst einmal auf Reise gehen – in diesem Fall spricht man in der Regel von einem Gap-Year, obwohl dies auch eine Art Sabbatjahres ist. An Ruhestand denkt man in dem Alter natürlich noch nicht. Doch je älter wir werden, desto größer ist oft das Bedürfnis, sich noch einmal auszuleben. Ein Sabbat-Jahr kann dabei natürlich auch an die Rente anschließen. In diesem Fall spricht man von einem „vorgezogenen Ruhestand“. Dabei handelt es sich keinesfalls um eine Frühverrentung. Bei dieser bekommt man verringerte Rentenbezüge ausbezahlt. Wer den Ruhestand vorzieht, der entscheidet sich für eine andere Form der Sabbatjahr-Finanzierung.

Welches Modell ist für mich das richtig?

Als Arbeitnehmer solltest Du dich von dem Traum verabschieden, dass das Sabbatical einfach zu erreichen wäre. Beamte haben es etwas leichter, denn diese haben verbrieften Anspruch auf die Auszeit. Alle anderen Angestellten müssen individuelle Lösungen mit dem Arbeitgeber aushandeln. Welches Modell dir am meisten zusagt, musst du selber wissen. Fest steht nur, dass du dein Ziel stets vor Augen haben solltest, denn irgendwie muss dein Time-out finanziert werden. Mit Schwung, Motivation und einer gehörigen Portion Optimismus kannst du deinen Traum verwirklichen.